Ratgeber


Hilfe gegen übermäßiges Schwitzen

Hilfe gegen übermäßiges Schwitzen

Wenn der Schweiß rinnt und rinnt…
Wer nicht nur in der Sonne, beim Sport oder bei akutem Stress schwitzt, der könnte an einer Hyperhidrose leiden – einer übermäßigen Schweißbildung. Wie Sie dem ständigen Schwitzen am besten Einhalt gebieten.
  • Schwitzen ist normal – selbst ohne übermäßige Anstrengung oder hohe Temperaturen. Die Schweißmenge, die wir produzieren, ist aber so gering, dass sie uns kaum auffällt und daher auch nicht stört. Bei manchen Menschen ist das anders: Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung schwitzen im Übermaß am ganzen Körper oder an einzelnen Körperregionen wie Händen, Füßen oder Achselhöhlen. „Von einer krankhaften Störung ist auszugehen, wenn das starke Schwitzen den Betroffenen erhebliche Probleme in ihrem sozialen und beruflichen Umfeld macht und sie in ihrer Lebensführung und Lebensqualität relevant beeinträchtigt“, erklärt der Dermatologe Dr. Peter Arne Gerber. Falls auch Sie an der als Hyperhidrose bekannten Krankheit leiden, bekommen Sie hier Hilfe.

    Hinweis: Hinter einer Hyperhidrose können sich manchmal ernste Erkrankungen verbergen wie ein Diabetes mellitus, eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein Malignom. Klären Sie daher bei starkem Schwitzen zuerst eine mögliche Grunderkrankung mit Ihrem Hausarzt oder einem Dermatologen ab.

    Deodorant, um den Schweiß zu überdecken

    Für viele Menschen ist nicht das Schwitzen an sich das Problem, sondern der damit verbundene unangenehme Geruch. Dieser entsteht, wenn Bakterien den Schweiß auf der Hautoberfläche zersetzen. Dagegen hilft Ihnen bereits ein Deodorant, kurz Deo. Deos enthalten antimikrobiell wirksame Substanzen, die die Bakterien abtöten, und Duftstoffe wie Minz- oder Nelkenöl, die den Schweißgeruch überdecken. Dazu kommen häufig Geruchsabsorber und Enzyminhibitoren, um die Geruchsbildung zu hemmen.

    Problematisch: Manche Inhaltsstoffe von Deos stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. So wird etwa Polihexanid in höheren Dosen von der Europäischen Union als krebserregend eingestuft. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie auf Naturkosmetik mit natürlichen Keimhemmern wie Hopfen, Fenchel oder Melisse zurückgreifen. Achten Sie zudem auf mögliche Unverträglichkeiten oder Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe.

    Antitranspirant, um den Schweiß zu reduzieren

    Antitranspirants wirken im Gegensatz zu Deodorants direkt auf die Schweißdrüsen ein. Mittels Aluminiumsalzen verengen sie die Hautporen und blockieren die Schweißkanäle, wodurch die Schweißproduktion deutlich gedrosselt wird. Somit kommt es gar nicht erst zur Geruchsbildung. Nach anfangs mehrmaliger Anwendung pro Woche können Sie die Wirkung, je nach Produkt, oft schon durch einmal wöchentliche Anwendung aufrechterhalten. Benutzen Sie das Antitranspirant möglichst abends: Da die Schweißdrüsen nachts in der Regel inaktiv sind, kann das Mittel optimal einwirken und wird nicht direkt wieder aus dem Körper geschwemmt.

    Auch der Inhalt von Antitranspirants ist leider nicht unbedenklich: Aluminiumhaltige Produkte werden mit Brustkrebs und Alzheimer in Verbindung gebracht – wobei eindeutige wissenschaftliche Belege bislang ausblieben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung geht jedoch davon aus, dass Aluminium sich durch Antitranspirants und weitere alltägliche Aluminiumquellen (Lebensmittel, Kochutensilien, Kosmetika) in gesundheitsschädigenden Mengen im Körper anreichern kann. Zwar sind mittlerweile auch Mittel ohne Aluminiumsalze erhältlich. Deren Wirkung ist aber umstritten.

    Tipp: Sie können Ihre Aluminiumaufnahme verringern, indem Sie Antitranspirants nicht auf gereizte oder geschädigte Haut aufbringen (zum Beispiel direkt nach der Achselrasur).

    Weitere Tipps gegen übermäßiges Schwitzen

    Helfen Deo und Antitranspirant Ihnen nicht weiter, empfehlen sich Medikamente mit antihidrotischer Wirkung. Zugelassen sind zwei rezeptpflichtige Anticholinerga-Präparate zur oralen Einnahme mit den Wirkstoffen Methantheliniumbromid (Vagantin®) bzw. Bornaprin (Sormodren®). Auch Psychopharmaka wie Tranquilizer oder Sedativa sowie Betablocker empfiehlt die Deutsche Dermatologische Gesellschaft in ihren Leitlinien. Andere Psychopharmaka können als Nebenwirkung wiederum zu Schwitzen führen. Bei besonders hohem Leidensdruck kommt eine Botox-Injektion in Frage, die etwa sechs Monate lang effektiv wirkt – aber auch teuer ist.

    Anstatt nur die Symptome zu bekämpfen, können Sie auch versuchen, die Ursachen des Schwitzens zu beseitigen: Machen Sie, falls Sie übergewichtig sind, eine Diät und verzichten sie auf Zigaretten, Alkohol und Nahrungsmittel mit schweißtreibenden Gewürzen. Trinken Sie dafür Salbei-Tees oder lutschen Sie Salbei-Dragees – ihnen wird eine schweißmindernde Wirkung nachgesagt.

    Quelle: Christine Vetter: Schwitz, schwitz ... Was hilft gegen übermäßige Schweißbildung? Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 19, Mai 2017, S. 40-43.


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Trockene Augen: Was Sie tun können

Trockene Augen: Was Sie tun können

Symptome meist gut behandelbar
Brennen, Rötung, Tränen: Wird die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend befeuchtet, kommt es zu trockenen Augen.  Das fühlt sich unangenehm an, lässt sich meist aber gut behandeln. Tipps zur Selbsttherapie.
  • Alle 5 bis 10 Sekunden verbringen wir damit, trockene Augen zu vermeiden – nämlich indem wir blinzeln. Durch den Lidschluss verteilt sich Tränenflüssigkeit über der Augenoberfläche. Dabei verbessert sie nicht nur die Sehleistung, sondern liefert der Hornhaut zudem Sauerstoff und Nährstoffe und schwemmt gegebenenfalls kleine Fremdkörper aus. Die Ursachen für trockene Augen – auch als Sicca-Syndrom bekannt – sind vielfältig: Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes, Medikamenteneinnahme und Umweltfaktoren können allesamt zu einer verminderten Tränenmenge oder einer stärkeren Verdunstung des Tränenfilms führen. Den Arztbesuch können Sie jedoch in den meisten Fällen vermeiden.

    Regelmäßige Lidrandhygiene befreit Talgdrüsen

    „Schuld“ an trockenen Augen sind häufig die Talgdrüsen: Sie produzieren die äußere Fettschicht des Tränenfilms, die ein Austrocknen des Auges verhindert. Verstopfen die Talgdrüsen jedoch, wird die Fettschicht löchrig oder zu dünn. In solchen Fällen kann eine sogenannte Lidrandmassage Wunder wirken: Dafür legen Sie für einige Minuten eine feuchtwarme Kompresse über die geschlossenen Augen, um das Fett in den verstopften Talgdrüsen zu verflüssigen. Streichen Sie dann mit einem feuchten Wattestäbchen oder einer Kompresse auf dem Oberlid von oben nach unten, danach auf dem Unterlid von unten nach oben. Abschließend streichen Sie entlang der Wimpern in Richtung ihrer Nasenwurzel. Die Talgdrüsen können dann wieder ungehindert den Tränenfilm mit Fett versorgen.

    Tipp: Fertigprodukte zur Lidreinigung wie zum Beispiel gebrauchsfertig getränkte Einmalkompressen finden Sie in Ihrer Apotheke.

    „Künstliche Tränen“ stabilisieren Tränenfilm

    Bessern sich die Symptome durch eine Lidrandmassage nicht, könnte Ihnen ein Tränenersatzmittel – auch „künstliche Tränen“ genannt – helfen. Die Präparate in Tropfen- oder Gelform stabilisieren den Tränenfilm des Auges, möglichst ohne die Sehkraft zu beeinträchtigen. Unterschieden werden künstliche Tränen nach ihrer Viskosität: Je weniger viskos, desto dünnflüssiger ist das aufgetragene Mittel. Dünnflüssige Augentropfen verteilen sich schnell auf der Augenoberfläche und beeinträchtigen die Sicht kaum, dafür haften sie jedoch kürzer als besonders viskose Gele. Diese sollten Sie bei stärkeren Beschwerden und am besten über Nacht auf das Auge auftragen.

    Künstliche Tränen werden teilweise mit Fettbestandteilen kombiniert, die den Tränenfilm durch Verstärkung der darüberliegenden Fettschicht stabilisieren. Kaufen können Sie fetthaltige Produkte zum Beispiel in Form von Lidsprays, die aus ca. 10 Zentimeter Entfernung auf das geschlossene Augenlid gesprüht werden.

    Feuchtigkeit und Erholungspausen schonen die Augen

    Häufig spielen Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entstehung eines Sicca-Syndroms. Häufig können Sie die Symptome bereits lindern, indem sie viel trinken – optimalerweise mindestens 2,5 Liter am Tag – und für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit zu Hause und bei der Arbeit sorgen. Gerade die Heizung im Winter und die Klimaanlage im Sommer begünstigen trockene Augen. Ebenso sollten Sie Zugluft sowie staubige und verrauchte Luft meiden. Arbeiten Sie häufig am Computer, planen Sie am besten ausreichend Pausen ein, in denen das Auge häufiger blinzeln kann. Über genügend Schlaf freuen sich Ihre Augen ebenfalls.

    Hinweis für Frauen: Achten Sie auf verträgliche Augenkosmetik und schminken Sie sich abends gründlich ab, um ein Verstopfen der Talgdrüsen durch Kajal- oder Wimperntuschereste zu vermeiden.

    Quellen:
    Christine Kammer: Wenn der Sandmann bleibt: Hilfe bei trockenen Augen. PTAheute, Heft 11, Juni 2017, S. 69-65.
    Dr. Arne Schäffler (Hrsg.): Gesundheit heute: Krankheit – Diagnose – Therapie. Knaur, S. 496-497.


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Was tun bei starkem Haarwuchs?

Was tun bei starkem Haarwuchs?

So gelingt die Haarentfernung
Übermäßiger Haarwuchs am ganzen oder an Teilen des Körpers ist zumeist harmlos, stellt aber häufig eine psychische Belastung für die Betroffenen dar. Welche Möglichkeiten der Haarentfernung sich bieten.
  • Eine übermäßige Behaarung (unter Medizinern Hypertrichose genannt) liegt häufig in den Genen. Sie kann sich aber auch erst im späteren Leben entwickeln, z. B. durch bestimmte Medikamente oder eine Erkrankung. Die Ursache einer erworbenen Hypertrichose sollten Sie am besten mit dem Hausarzt oder einem Dermatologen abklären. Abzugrenzen von der Hypertrichose ist der Hirsutismus: Hier zeigt sich bei Frauen ein männliches Behaarungsmuster, das für gewöhnlich hormonell bedingt ist.

    Tipp: Gegen verstärkte Behaarung an Oberlippe, Wangen und Kinn im Rahmen des Hirsutismus hat sich der Wirkstoff Eflornithin (Vaniqa®) als effektiv erwiesen: Zwei Mal täglich aufgetragen hemmt Eflornithin-Creme das Haarwachstum.

    Den übermäßigen Haaren zu Leibe zu rücken kann, je nach gewählter Methode, sehr unangenehm sein. Bevor Sie sich für ein Enthaarungsverfahren entscheiden, sollten Sie daher erst einmal feststellen: Wie schnell und wie dicht wachsen die Haare? An welchen Körperstellen wachsen sie? Und vor allem: Wie sehr leide ich unter dem Haarwuchs?

    Vorübergehende Haarentfernung durch Depilation

    Bei leichteren Fällen reicht es oft schon, wenn Sie die betroffenen Körperstellen regelmäßig depilieren. Bei der Depilation wird nur der außerhalb der Haut liegende Teil des Haares entfernt. Besonders verbreitet ist die Rasur: Sie ist wenig zeitaufwendig und relativ günstig, allerdings werden die Haarwurzeln nicht entfernt, weshalb Ihre Haare schnell wieder nachwachsen. Zudem kann es zu einer Entzündung des Haarfollikels (Follikulitis) kommen – diese droht aber auch bei anderen Enthaarungsverfahren.

    Hinweis: Entgegen einer verbreiteten Ansicht beschleunigt die Rasur das Haarwachstum nicht. Der Eindruck kommt daher, dass die helle und dünne Haarspitze abgeschnitten wird und ein dunkler, robuster Haarstoppel übrig bleibt.

    Neben der Rasur können Sie Ihre Körperhaare auch mit Enthaarungscreme depilieren. Dabei werden chemische Bindungen des Haarkeratins aufgespalten, wodurch Sie den sichtbaren Teil des Haares nach einigen Minuten Einwirkzeit einfach abschaben können. Der Enthaarungseffekt hält länger an als beim Rasieren, jedoch kann es zu allergischen Reaktionen oder Hautirritationen kommen – im Gesicht und im Schambereich sollten Sie Enthaarungscreme daher nur mit besonderer Vorsicht anwenden.

    Vorübergehende Haarentfernung durch Epilation

    Bei der Epilation wird das Haar mitsamt der Haarwurzel herausgerissen. Es wächst somit langsamer nach und die Haut fühlt sich über Wochen glatt an. Epilieren können Sie ihre Haare mit einem Epiliergerät oder mit Wachs (alternativ auch Zuckerpaste). Das Wachs tragen Sie oder eine Fachkraft auf die entsprechende Körperstelle auf und ziehen es ruckartig wieder ab. Nachteilig an Epilationen: Sie sind gerade bei der ersten Anwendung sehr schmerzhaft und können zu Hautirritationen führen.

    Weniger schmerzhaft ist das sogenannte threading. Dabei wird ein Faden so über die Haut gezogen, dass sich die Haare in ihm verfangen und ausgerissen werden. Besonders bei feinen Härchen funktioniert das gut. Die Enthaarungsmethode kommt aus dem Orient, ist jedoch schwierig in der Anwendung und bei größeren Körperpartien sehr zeitaufwendig.

    Langfristige Haarentfernung durch Epilation

    Wenn Ihr Haarwuchs besonders stark ist oder Sie besonders belastet, könnte sich eine langfristige Haarentfernung lohnen. Die am besten erprobte Methode besteht in der Elektro-Epilation. Dabei wird eine hauchdünne Sonde in den Haarkanal eingeführt, die das Haar durch Hitze oder durch eine chemische Reaktion zerstört. Die Methode ist zeitaufwendig und sollte nur von sogenannten Elektrologisten durchgeführt werden. Zudem ist sie schmerzhaft und Hautschäden sind möglich.

    Eine Laser- oder IPL-Behandlung hat diese Nachteile nicht: Hier wird ein Lichtimpuls (beim Laser monochromatisches, bei IPL polychromatisches Licht) in die Haut eingestrahlt und vom Haar aufgenommen, das dadurch zerstört wird. Am besten funktionieren diese Verfahren, wenn Sie dunkle Haare und eher helle Haut haben, da sie selektiv auf Pigmentunterschiede reagieren. Die umgebende Haut bleibt daher für gewöhnlich unverletzt. Die langfristige Epilation verhindert ein Nachwachsen der Haare über mehrere Jahre, dann können Nachbehandlungen erforderlich sein.

    Quelle: Dr. Uwe Schwichtenberg: Eine haarige Sache – Hypertrichosen und wie man damit umgeht. Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 26, Juni 2017, S. 34-39.


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Schluss mit Reizdarm

Schluss mit Reizdarm

Schnelle Hilfe bei Darmbeschwerden
Blähungen, Verstopfung, Bauchschmerzen und Durchfall – liegt die Ursache für diese Magen-Darm-Beschwerden im Dunkeln, handelt es sich womöglich um das Reizdarm-Syndrom. Wie Sie schnell und schonend (be)handeln.
  • Bis zu 20 Prozent aller Deutschen (vor allem Frauen) leiden unter funktionellen Darmbeschwerden – das sind Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und veränderter Stuhlgang, die sich nicht auf organische Krankheitsursachen zurückführen lassen. Halten sie länger als drei Monate an und beeinträchtigen die Lebensqualität des Betroffenen, sprechen Mediziner vom Reizdarm-Syndrom. Leiden auch Sie an solchen Beschwerden, besteht jedoch kein Grund zur Verzweiflung: Im Normalfall können Sie die Beschwerden in Eigenregie behandeln.

    Hinweis: Kommt es zu ernsteren Begleiterscheinungen wie Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl, suchen Sie zeitnah einen Arzt auf.

    Behandlung der Blähungen und Bauchschmerzen bei Reizdarm

    Blähungen und Schmerzen im Unterleib sind nicht nur körperlich unangenehm, die Sorge vor übelriechenden „Winden“ kann auch das Sozialleben beeinträchtigen. Abhilfe schaffen Pflanzenextrakte wie Pfefferminze, Kümmel oder Kamille: Sie wirken spasmolytisch (krampflösend) und entblähend. Anwenden können Sie die Extrakte in Form von ätherischen Ölen. Beliebt ist daneben das Phytotherapeutikum Iberogast® mit bitterer Schleifenblume und acht weiteren Pflanzenextrakten.

    Behandlung der Verstopfung bei Reizdarm

    Studien weisen darauf hin, dass Quell- und Ballaststoffe gegen Verstopfung helfen können. Beachten Sie jedoch, dass nur lösliche Ballaststoffe, zum Beispiel Flohsamen oder Flohsamenschalen, bei entsprechend großer Flüssigkeitszufuhr wirken – unlösliche Ballaststoffe wie Kleie oder Leinsamen könnten die Symptome hingegen noch verschlimmern. Ist die Wirksamkeit der Ballaststoffe unzureichend, probieren Sie es mit Laxanzien (auch als Abführmittel bekannt). Besser verträglich sind einzelne Probiotika-Stämme, zum Beispiel Bifidobakterien, die besonders in Kombination mit Ballaststoffen Erfolg versprechen.

    Behandlung des Durchfalls bei Reizdarm

    Bei Durchfall helfen Ihnen ebenfalls Ballaststoffe. Flohsamen haben eine gute Wasserbindungskapazität und eignen sich daher für flüssige Stühle. Die Studienlage zu Probiotika ist zwar nicht eindeutig, aufgrund ihrer guten Verträglichkeit schadet ein Therapieversuch jedoch nicht. Zur kurzzeitigen Anwendung (maximal 2 Tage) hat sich der Arzneistoff Loperamid (Imodium® akut) bewährt: Er hemmt die Darmtätigkeit, wodurch Stuhlgang und Flüssigkeitsverlust vorübergehend zurückgehalten werden.

    Langfristige Behandlungsoptionen bei Reizdarm

    Während die genannten Therapien Ihnen nur vorübergehend Linderung verschaffen, gestaltet sich eine dauerhafte Verbesserung der Reizdarm-Beschwerden schwieriger. Die Zunahme des Syndroms in den letzten 30 Jahren sowie ihr Auftreten ausschließlich in westlichen Industrieländern legen nahe, dass wir es mit einer Zivilisationskrankheit zu tun haben. Das heißt: Eine Vermeidung von Stress, ungesundem Essverhalten, Bewegungsmangel und häufigem Antibiotika-Gebrauch könnte die funktionellen Magen-Darm-Beschwerden verringern. Daneben wird der Einfluss der Darmflora auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zunehmend erforscht – hier könnten sich in naher Zukunft also weitere Therapieansätze ergeben.

    Tipp: Reizdarm-Patienten leiden häufiger als die Normalbevölkerung unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Führen Sie daher ein Ernährungstagebuch, in das sie eintragen, wann und besonders nach welchen Speisen Beschwerden auftreten bzw. welche Speisen Sie gut vertragen.

    Quelle: DAZ 13/2017


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